Balneophototherapie ist ab 1.10.20 Kassenleistung bei Patienten mit Neurodermitis

Ärztin im Klinikalltag

Die synchrone Balneophototherapie ist ab 1. Oktober 2020 als Behandlungsoption bei Neurodermitis Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung. Einen entsprechenden Beschluss hat der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss im August diesen Jahres gefasst. Basis für den Beschluss war ein Modellvorhaben, das die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns gemeinsam mit mehreren Krankenkassen sowie einem Industriepartner im Jahr 2010 gestartet hatte. Im Dezember 2017 wurde mit dem Abschlussbericht zur Phase-III-Studie durch die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) die Studie abgeschlossen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss  (G-BA) zur Bewertung vorgelegt. Mit dem Beschluss des G-BA können künftig Patienten, die an mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis leiden, mit der synchronen Balneophototherapie als Kassenleistung behandelt werden.

Bei der synchronen Balneophototherapie handelt es sich um eine naturnahe Behandlungsmethode. Sie besteht aus einer Kombinationsbehandlung von Wannenbädern in Solelösung mit Salz aus dem Toten Meer und gleichzeitiger Lichtbestrahlung, die dem therapiewirksamen natürlichen Teil des Sonnenlichts nachempfunden ist. Seit dem Jahr 2008 gehört die synchrone Balneophototherapie zur Behandlung von Hauterkrankungen für Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis vulgaris – oder umgangssprachlich Schuppenflechte – zum Leistungskatalog der GKV. Für das atopische Ekzem, die Neurodermitis, war dies hingegen bislang nicht der Fall. Nachdem das Modellvorhaben von KVB, Krankenkassen und einem Industriepartner unter wissenschaftlicher Begleitung der LMU nun den großen Nutzen auch bei der Neurodermitis gezeigt hat, war der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses nur folgerichtig und eine positive Bestätigung der langjährigen Arbeit der beteiligten Projektpartner.