Die Krones BKK führt auch die Geschäfte der Pflegekasse durch.

Krankenkasse und Pflegekasse arbeiten unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig bei allen Fragen des Versicherungs-, Beitrags- und Leistungsrechts. Die Versicherten der Krones BKK sind somit für den Fall einer Krankheit oder Pflegebedürftigkeit rundum versorgt.

Für alle Leistungen unserer Pflegekasse gilt:

Lassen Sie sich bitte in jedem Einzelfall vor Inanspruchnahme von uns beraten. Ihre Ansprechpartner/-innen können Sie unter der Telefonnummer 09401 70-5200 erreichen.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff - Was ändert sich?
  • Zum 01.01.2017 wird der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. Bisher wurde die Pflegebedürftigkeit vorrangig nach körperlichen Einschränkungen beurteilt.
  • Mit dem neuen System werden erstmalig alle für Pflegebedürftigkeit relevanten Aspekte berücksichtigt – unabhängig davon, ob diese auf körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen beruhen.
  • Für Personen, die bei Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs bereits eine Pflegestufe haben, wird sichergestellt, dass sie aufgrund der Umstellung keine finanziellen Nachteile erfahren.
  • Ein Überleitungssystem ermöglicht die Überführung in die neuen Pflegegrade ohne dass ein neuer Antrag oder eine erneute Begutachtung nötig werden.
Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird völlig neu definiert. Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen in den nachfolgenden sechs Bereichen (Module):

  • Mobilität (z.B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. z.B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.)
  • Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen (z.B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
  • Selbstversorgung (z.B. Körperpflege, Ernährung etc. -> hierunter wurde bisher die „Grundpflege“ verstanden)
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z.B. Gestaltung des Tagesablaufs)

Dabei spielen die bisherigen Zeitorientierungswerte keine Rolle mehr. Vielmehr geht es in der Regel um die Frage, ob die erforderliche Fähigkeit noch vorhanden ist und ob damit verbundene Tätigkeiten selbständig, teilweise selbständig oder nur unselbständig ausgeübt werden können.

Pflegegrade

Bei der Festlegung des Pflegegrades fließen die zuvor genannten Module in unterschiedlicher Wertigkeit bzw. Prozentsätzen ein:

  • Modul 1 – Mobilität (10%)
  • Modul 2 oder 3 – Kognitiv / Verhalten (15%)
  • Modul 4 – Selbstversorgung (40%)
  • Modul 5 – Behandlung / Therapie (20%)
  • Modul 6 – Alltagsgestaltung (15%)

Zur Ermittlung eines Pflegegrades werden die bei der Begutachtung festgestellten Einzelpunkte in jedem Modul addiert und – unterschiedlich gewichtet – in Form einer Gesamtpunktzahl abgebildet. Diese Gesamtpunkte ergeben die Zuordnung zum maßgeblichen Pflegegrad.

  • Der Pflegegrad wird mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt.
  • Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte)
  • Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte)
  • Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte)
  • Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte)
  • Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (ab 90 bis 100 Gesamtpunkte)
  • Bei pflegebedürftigen Kindern wird der Pflegegrad durch einen Vergleich der Beeinträchtigungen ihrer Selbständigkeit und ihrer Fähigkeitsstörungen mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt.
Überleitung der bisherigen Pflegestufen in die neuen Pflegegrade

Versicherte bei denen das Vorliegen einer Pflegestufe in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung oder einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung festgestellt worden ist, und bei denen spätestens am 31. Dezember 2016 alle Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine regelmäßig wiederkehrende Leistung der Pflegeversicherung vorliegen, werden ohne erneute Antragstellung und ohne erneute Begutachtung mit Wirkung zum 1. Januar 2017 einem Pflegegrad zugeordnet.

Dabei gelten die folgenden Zuordnungsregelungen:

Überleitung zum 01.01.2017Ohne eingeschränkte AlltagskompetenzMit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegestufe 0---Pflegegrad 2
Pflegestufe IPflegegrad 2Pflegegrad 3
Pflegestufe IIPflegegrad 3Pflegegrad 4
Pflegestufe IIIPflegegrad 4Pflegegrad 5
Pflegestufe III + HärtefallPflegegrad 5Pflegegrad 5
Leistungen in den Pflegegraden (2-5)
 Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Vollstationäre Pflege
in Einrichtungen der Behindertenhilfe
(max. monatlich)
266 €266 €266 €266 €
Pflegegeld
(max. monatlich)
316 €545 €728 €901 €
Verhinderungspflege
(jährlich)
1.612 €1.612 €1.612 €1.612 €
Kurzzeitpflege
(jährlich)
1.612 €1.612 €1.612 €1.612 €
Pflegesachleistung
(max. monatlich)
689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Tages-/Nachtpflege
(max. monatlich)
689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Vollstationäre Pflege
(max. monatlich)
770 €1.262 €1.775 €2.005 €
Pflegegrad 1

Dem Pflegegrad 1 dürfte ein Großteil der Antragsteller zugeordnete werden, die bislang von der Pflegekasse eine vollständige Ablehnung erhalten hat.

Bei Pflegegrad 1 sind folgende Leistungen vorgesehen:

  1. Pflegeberatung
  2. Beratungseinsatz in der eigenen Häuslichkeit
  3. zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen
  4. Versorgung mit Pflegehilfsmitteln
  5. finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfeldes,
  6. zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen
  7. Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
  • Zudem gewährt die Pflegeversicherung den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € monatlich. Dieser kann nur beim Pflegegrad I auch für die Sachleistung durch den Pflegedienst (Grundpflege) eingesetzt werden.
  • Bei vollstationärer Pflege wird ein Zuschuss in Höhe von 125 € geleistet.
Entlastungsbetrag (§45b SGB XI)

(Ersetzt die bis 31.12.2016 gültigen Zusätzlichen Betreuungsleistungen in Höhe von 104 € bzw. 208 € monatlich)

  • Pflegebedürftige (mindestens PG2) in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 € monatlich.
  • Der Betrag dient der Erstattung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von:
  1. Leistungen der Tages- oder Nachtpflege,
  2. Leistungen der Kurzzeitpflege,
  3. Leistungen der ambulanten Pflegedienste, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht für die Leistung körperbezogener Pflegemaßnahmen,
  4. Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a.
  • Die Erstattung der Aufwendungen erfolgt auch, wenn für die Finanzierung der genannten Leistungen im Übrigen Mittel der Verhinderungspflege eingesetzt werden.
  • Der Entlastungsbetrag kann innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in Anspruch genommen werden; wird die Leistung in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag wie bisher in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden. Für die Jahre 2015 und 2016 wird die Übertragungsregelung einmalig ausgeweitet. Hier verfallen nicht in Anspruch genommene Leistungsbeträge zum 31.12.2018.
Angebote zur Unterstützung im Alltag, Umwandlung des ambulanten Sachleistungsbetrages (Umwandlungsanspruch)

Pflegebedürftige in häuslicher Pflege können eine Kostenerstattung zum Ersatz von Aufwendungen für Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag unter Anrechnung auf ihren Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen erhalten, soweit für den entsprechenden Sachleistungsbetrag (nach §36 SGB XI) in dem jeweiligen Kalendermonat keine ambulanten Pflegesachleistungen bezogen wurden.
Der hierfür verwendete Betrag darf je Kalendermonat 40 % des Sachleistungshöchstbetrages nicht überschreiten.

Die Anspruchsberechtigten erhalten die Kostenerstattung auf Antrag. Die Vergütungen für ambulante Pflegesachleistungen (nach § 36 SGB XI) sind vorrangig abzurechnen. Im Rahmen der Kombinationsleistung (nach § 38 SGB XI) gilt die Erstattung der Aufwendungen als Inanspruchnahme der Sachleistung.

Neu geregelt wurde, dass die Inanspruchnahme der Umwandlung unabhängig vom Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI erfolgt. Der Versicherte kann künftig also entscheiden, aus welchem „Topf“ er niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen finanzieren möchte. Bislang erfolgte die Finanzierung häufig zunächst aus den Mitteln nach § 45b Abs. 1 SGB XI (104,00 bzw. 208,00 € monatlich). Erst wenn dieser Betrag ausgeschöpft war, kam die Umwandlung des Sachleistungsanspruchs in Frage. Hier besteht künftig ein Wahlrecht bei der Inanspruchnahme

Besitzstandschutz für Bestandsfälle
  • Es besteht für übergeleitete Pflegebedürftige ein Besitzstandsschutz auf die ihnen unmittelbar vor dem 1. Januar 2017 zustehenden, regelmäßig wiederkehrenden Leistungen bei häuslicher Pflege (§ 141 SGB XI).
  • Hinsichtlich eines Anspruchs auf den erhöhten Betrag nach § 45b SGB XI (208 EUR) soll ein Bestandsschutz dann gelten, wenn die mit der Pflegereform verbundenen – höheren – Leistungen nicht ausreichen, um die bisher mit dem erhöhten Betrag nach § 45b SGB XI finanzierten Leistungen auszugleichen. Steigen die Leistungen demnach nicht um mindestens 83 EUR monatlich, so gilt ein Bestandschutz in dieser Höhe. Der Pflegebedürftige erhält dann – wie jeder andere auch – 125 EUR + seinen Bestandsschutz von 83 EUR (insgesamt also wieder 208 EUR). Die Pflegekasse hat hierüber eine entsprechende Information zu erteilen.
  • Bei Aufenthalt in einer vollstationären Pflegeeinrichtung soll es durch die Zuordnung in eine ggf. höhere Pflegeklasse nicht zu einem Anstieg des Eigenanteils des Versicherten bzw. der Angehörigen kommen. Vielmehr wird die Pflegekasse in diesen Fällen einen Zuschlag zu den neuen Pflegeleistungen (vgl. Anmerkungen zur § 43 SGB XI) zahlen müssen, um den ggf. ab 01.01.2017 bestehenden höheren Eigenanteil im Vergleich zum bisherigen Eigenanteil auszugleichen. Dieser Zuschlag ergibt sich aus der Differenz des bisherigen Eigenanteils zum ggf. höheren Eigenanteil und soll dauerhaft gezahlt werden.
  • Interessant ist auch, dass mit dem PSG II ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil eingeführt wird. Dies bewirkt, dass – unabhängig vom Pflegegrad – alle Pflegebedürftigen in der stationären Einrichtung einen einheitlichen Eigenanteil entrichten. Künftige Erhöhungen des Pflegegrades wirken sich dann nicht mehr auf die ggf. zu entrichtenden Eigenanteile aus, diese bleiben dann gleich.
Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Verhinderungspflege

  • Ist eine Pflegeperson an der Pflege gehindert, hat ein Pflegebedürftiger ab dem Pflegegrad 2 für die Dauer von bis zu sechs Wochen (42 Kalendertage) je Kalenderjahr Anspruch auf Verhinderungspflege.
  • An der Pflege gehinderte Pflegepersonen sind Angehörige, der Lebenspartner, Nachbarn, Bekannte oder sonstige Personen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in der Häuslichkeit pflegen .
  • Der Anspruch von 1.612 € kann um bis zu 806 € aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege auf insgesamt 2.418 € im Kalenderjahr erhöht werden.
  • Insgesamt ist der Anspruch auf Verhinderungspflege in zweifacher Hinsicht – von der Dauer her und auf einen Höchstbetrag – begrenzt. Für die Leistungsgewährung der Verhinderungspflege hat der Pflegebedürftige die entstandenen Kosten nachzuweisen (z. B. über Quittung, Rechnung, Kontoauszug).
  • Wird die Verhinderungspflege durch Pflegepersonen durchgeführt, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, sind die Aufwendungen der Pflegekasse grundsätzlich auf die Höhe des 1,5-fachen in dem jeweiligen Pflegegrad festgelegten Pflegegeldbetrages nach für bis zu sechs Wochen (42 Tage) beschränkt. In besonders gelagerten Fällen, z. B. beim Nachweis eines Verdienstausfalles oder der Bescheinigung angefallener Fahrkosten, kann eine Kostenerstattung bis zu 1612€ bzw. 2418€ erfolgen.

Kurzzeitpflege

  • Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung.
  • Dies gilt:
    • für eine Übergangszeit im Anschluß an eine stationäre Behandlung des Pflegebedürftigen oder
    • 2. in sonstigen Krisensituationen, in denen vorübergehend häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist.
  • Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf acht Wochen pro Kalenderjahr beschränkt.
  • Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu dem Gesamtbetrag von 1 612 € im Kalenderjahr.
  • Der Anspruch kann um bis zu 1612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege auf insgesamt bis zu 3224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet
Sonstige Leistungen
 ab 01.01.2017
Wohngruppenzuschlag214 € monatlich
Zuschüsse zu Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen4.000 € je Maßnahme
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel40 € monatlich
Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen I.
  • Beiträge zur Rentenversicherung werden gezahlt, wenn ein Pflegegrad 2-5 vorliegt und die Pflegeperson regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist. Der MDK soll im Rahmen der Begutachtung feststellen, ob die Pflegeperson eine oder mehrere pflegebedürftige Personen wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegt. Dabei werden die Angaben der beteiligten Pflegepersonen zugrunde gelegt.
  • Pflegen Personen am 31. Dezember 2016 regelmäßig mindestens 10 Stunden in der Woche verteilt auf mindestens zwei Tagen nicht erwerbsmäßig einen Versicherten ohne Pflegestufe, jedoch mit eingeschränkter Alltagskompetenz (sogenannte Pflegestufe 0), sind sie ab dem 1. Januar 2017 nach neuem Recht für diese Pflegetätigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Durch die Absenkung der erforderlichen wöchentlichen Mindestpflege von 14 Stunden auf künftig 10 Stunden, sowie durch die Einbeziehung der bisherigen Pflegebedürftigen der Pflegestufe 0 (künftig übergeleitet in den Pflegegrad 2) ist künftig von einer nicht unerheblichen Ausweitung der sozial abgesicherten Pflegepersonen auszugehen.
Leistungen zur Sozialen Sicherung der Pflegepersonen II.

Rentenversicherungspflicht der Pflegepersonen
Was ändert sich / was bleibt gleich

Sachverhalt20162017
30-Stunden-Ausschluss bei Ausübung einer weiteren ErwerbstätigkeitJaJa
Addition mehrerer PflegetätigkeitenJaJa
Ausschluss der Versicherungspflicht z.B. bei Altersrente etc.JaJa, ab dem Erreichen der Regelaltersgrenze
Erforderliche PflegetätigkeitMindestens 14 Std. wöchentlichMindestens 10 Std. wöchentlich
Feststellung Durch den MDK auf Basis der festgestellten Minutenwerte + hauswirtschaftliche VersorgungDurch MDK i.d.R auf Basis der schlüssigen Angaben der Pflegepersonen
Pflegeinhalt / anzurechnende ZeitenGrundpflege und hauswirtschaftliche VersorgungDie 6 Module der Begutachtung + hauswirtschaftliche Versorgung
Leistungen zur Sozialen Sicherung der Pflegepersonen III.

Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen ab 2017 / § 166 SGB XI

PflegegradBezug von PflegegeldBezug von Kombi-LeistungBezug von Sachleistung
227%22,95%18,9%
343%36,55%30,1%
470%59,5%49%
5100%85%70%

% der monatlichen Bezugsgröße (2017: 2.975,00 €)

Bei Mehrfachpflege sind die beitragspflichtigen Einnahmen entsprechend dem festgestellten prozentualen Umfang der jeweiligen Pflegetätigkeit im Verhältnis zum Gesamtpflegeaufwand je pflegebedürftiger Person aufzuteilen.

NEU: Arbeitslosenversicherung der Pflegeperson
  • Neu ist, dass Pflegepersonen ab 2017 nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert werden. Hierbei ist nach § 26 SGB III grundsätzlich erforderlich, dass unmittelbar vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben muss oder eine Leistung nach dem SGB III (z.B. Arbeitslosengeld) bezogen wurde. Diese Regelung greift nur, sofern nicht ohnehin schon eine Absicherung in der Arbeitslosenversicherung – z.B. aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung etc. – besteht.
  • Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden aus 50 % der monatlichen Bezugsgröße berechnet. Dies entspricht im Jahre 2016 1.452,50 € mtl. und damit einem monatlichen Beitrag von ca. 43,58 €.
  • Im Jahre 2017 steigt dieser monatliche Beitrag durch die Anpassung der monatlichen Bezugsgröße (50% = 1.487,50 €) auf ca. 44,63 €.
  • Für Pflegepersonen besteht damit die Möglichkeit, nach dem Ende der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld zu beantragen und Leistungen der Arbeitsförderung zu beanspruchen
Portal zur Unterstützung pflegender Angehöriger

Wenn der Partner oder ein naher Angehöriger pflegebedürftig wird stehen viele Fragen im Raum. Was ist zu tun? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden? Das kostenlose Portal „Mit Rat und Tat“ liefert viele wertvolle Informationen rund um das Thema Pflege.

Portal zur Unterstützung pflegender Angehöriger

Auf dem Informationsportal der Medizinischen Dienste zur Pflegebegutachtung finden Sie viele Informationen zum Thema Pflegebegutachtung sowie einen Film zur Pflegebegutachtung.

Weitere Informationen zum Pflegestärkungsgesetz erhalten Sie vom Bundesministerium für Gesundheit unter http://www.pflegestaerkungsgesetz.de.

Online Pflegekurse

Sie pflegen einen Angehörigen? Damit haben Sie eine verantwortungsvolle Tätigkeit übernommen, bei der wir Sie unterstützen möchten. Wir bieten Ihnen deshalb die Online-Pflegekurse für zu Hause. Hier erfahren Sie mehr.